Augenzwinkern,  Medien,  Sprache

Otto im Altersheim

Entweder man fand ihn lustig, um nicht zu sagen saukomisch oder empfand ihn einfach als peinlich: Otto Walkes, Blödelbarde der Nation.

Schon vor gefühlten Ewigkeiten machte er Witze wie den vom Kasperl im Altenheim: Kommt ein Kasperle ins Altersheim. „Seid ihr alle daaaa?“ – „Jaaa!“ – „Aber nicht mehr lange!“

Haben sich die Menschen daran damals auch so gestört, wie sie sich heute daran stören, wenn fff mit einem ähnlichen Tweet auf Angriff schaltet, oder wenn der Kinderchor des WDR die Oma im Hühnerstall umdichtet und zur uncoolen Sau, also Umweltsau erklärt?

Die übertriebenen Reaktionen aus Gesellschat, Politik (eher Arschlititk) und die Entschuldigung vom Intendanten des WDR vom Krankenbett seines Vaters zeigen wieder einmal, wie dünnhäutig unsere Gesellschaft geworden ist.

Klar kann man das Lied als geschmacklos sehen und sicher sind genug Menschen unterwegs, die sich angesprochen fühlen sollten (Herr L-arsch-et sicher auch) und wenig überraschend, dass Bömmermann das Lied gut findet (als altes Erdoganopfer). Aber eine Entschuldigung von höchsten Stellen, während ein Dieter Nuhr wesentlich weniger abstrakt weiterhin seinen Jahresrückblick, also einen Rückblick auf sich selbst präsentieren darf, ist defintiv übertrieben.

Kinners: was ist nur aus denen geworden, die dem Schundblatt in Paris Solidarität bekundet haben, obwohl hier viel schlimmer gehetzt wurde? Je suis WDR2-Kinderchor-Umweltsau-Fan!

Und das Wort Sau: naja, habt’s euch mal net so… hätten sie von der coolen Sau gesungen, hätte sich auch keiner aufgeregt.

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