Augenzwinkern,  Ulrich,  Waldorf und Salat

….und den Hut auf sein Haupt setzen…(Ex 29:6)

Meinen ersten „Hut“ habe ich von meinem Papa mitgebracht bekommen: eine Baseballcap mit dem Wort „Captain“ drauf, mitgebracht aus dem gelobten Land USA, etwa im orwelschen Jahre 1984. Diese Mütze war die erste von vielen Mützen, Caps und Hüten, die ich im Laufe der letzten 35 Jahre getragen oder zumindest besessen habe. Noch immer gehe ich nicht ohne Kopfbedeckung aus dem Haus. Manche meinen wahrscheinlich, dass ich mittlerweile damit die etwas kahleren Stellen auf meinem Hauote verdecke.

Eine Mütze, an die ich mich erinnere, die ich selber gekauft habe (oder kaufen habe lassen) war eine Mütze, die eher an Helmut Schmidt denken lässt, denn an einen 10-jährigen. Die anderen Kinder waren auch nicht wirklich freundlich und so ist diese Mütze dann auch künftig eher daheim geblieben.

Obwohl ich mich nicht zwingend als eitel bezeichnen würde, so ist mir bis heute, vielleicht auch wegen der Erfahrung mit dieser Schiffersmütze, wichtig, dass ich die passende Kopfbedeckung beim Verlassen des Hauses dabei habe.

Neben meinem Faible für Baseballcaps unterschiedlichster Art hat ein Amerikabesuch meines Papas auch meine Hutvorliebe geprägt: Stetson ist für mich der Inbegriff des guten Hutes und auch wenn ich nur zwei habe (einen Regentraveler und einen schönen Porkystrohhut), so sind diese für mich mehr als eine Kopfbedeckung, beide sind Ausdruck eines Lebensgefühls, bei dem man Amerika noch als das Non-plus.ultra der westlichen Welt gesehen hat.

Heute bin ich ein bißchen stolz darauf – obwohl ich ja nur begrenzt Einfluß darauf hatte – dass meine Tochter ein „Hut- und Mützengesicht“: kecke Mützen stehen ihr. Schon früh hat sie erleben dürfen, was es heißt behütet zu werden – auch wenn das eher vom Ausdruck „auf der Hut sein“ kommt und weniger von dem Hut.

Ich weiß nicht mehr welche Mütze es damals war, aber einmal hat mich ein Arbeitgeber darauf angesprochen, dass ich doch nicht immer mit Kopfbedeckung rumlaufen sollte, vor allem nicht bei Kunden, Abgeshen davon, dass ich ohne Kopfbedeckung zum Kunden rein bin, hat mich das tief getroffen. Neben der Weste, die ich auch immer anhatte und immer noch gerne trage, ist die Mütze mein Erkennungszeichen, das mich von den meisten anderen abhebt und unterscheidet.

So eine Kopfbedeckung ist für mich auch ein Zeichen des Respekts, erlaubt sie es mir doch, die Kappe zu ziehen, so wie Niki Lauda das für eine seiner Nachfolger gemacht hat. Beim Betreten von Kirchen ist das Absetzen von Hut oder Mütze ein festes Ritual und macht den sakralen Raum hierdurch bereits zu etwas, das ich bewusster auf- und wahrnehme.

Mützen, also Wollmützen trage ich eher selten, auch im tiefsten Winter finde ich meine anderen Mützen bequemer und mehr mein Stil.

Was mir noch fehlt, ist neben einem Cowboyhut, eine Melone. Die will ich ja seit den Tagen von Pan Tau haben und hoffe, dass ich die Zaubermelone erwische – vielleicht sollte ich mich deshalb kein kaufen, um zumindest dieses bisschen Hoffnung auf echte Magie in meinem Leben zu bewahren, nachdem schon die Eule aus Hogwarts nie angekommen ist.

Please follow and like us:

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial