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Buchrezension: Wolfgang Herndorf, Tschick

Lang lebe „Ferries Bueller’s Day off“! Immer wieder habe ich diesen Film vor meinem gesiitgen Auge beim Lesen von „Tschick“ gehabt und mit gedacht: noch so ein Autor, der nicht über das Gefühl hinweg ist, vieles in der Teenager Zeit verpasst zu haben.
Selbst gibt Herrndorf „Huckleberry Finn“ und einige andere Bücher als Inspiraton für Tschick an, mir selbst fehlt neben dem bereits erwähnten Ferris ganz eindeutig „Pipi auf der Walz“.

Meine Klassenfahrt 1995, Pompeji, nicht viel anders als die Reise mit Tschick

Wie bereits zu erahnen ist: richtig gut finde ich das Buch nicht. Erinnerungen an unerfüllte Liebeleien aus der Schulzeit sind mir genauso wenig gekommen, wie der Wunsch ohne Führerschein Auto zu fahren oder so einem Bengel auf der Straße zu begegnen. Dazu passt eine Nachricht in den Medien heute (21.11.2018, sogar die BBC berichtete), in der es um einen 18-Jährigen geht, der seinen Führerschein keine Stunde nach bestandener Prüfung wieder einliefern mußte, nachdem er nicht nur mit 4 Freunden, sondern obendrein mit 90 km/h durch die Stadt gebraust ist. Solche Idioten sind auch Maik und Tschick.

Eigentlich sind beide die vollkommenen Antihelden, denn anders als die Vorlagen von Mark Twain, Astrid Lindgren und John Hughes riskieren diese beiden nicht nur ihr Leben, sondern obendrein das von vielen anderen auf der Strasse. Die Jugendstrafe, die am Ende rausspringt scheint mir hier noch viel zu mild, vor allem wenn diese so gesehen wird, dass es das Ganze noch immer wert war.

Das beste Kapitel des Buches wäre eigentlich das letzte, in dem Maik mit seiner Mutter eine Verbindung findet. Wäre, wenn nicht dieser Satz drin stünde, dass eine Alkoholikerin als Mutter zu haben, doch auch nett sein kann. Nichts ist an einer Alkoholkerin als Mutter nett oder gut. Klar bleibt es die Mutter und trotz der Alkoholkrankheit kann man schöne Momente erleben. Aber den Eindruck zu erwecken, dass gerade wegen dieser Sucht und des dazugehörigen Verhaltens ein Klick entsteht ist in etwa so clever wie das Leben der Protagonisten aus Trainspotting als Blaupause zu gebrauchen.

Unterm Strich: keine Leseempfehlung (auch wenn ich hiermit natürlich 2 Mio Bücher und einen Film zu spät bin).

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