Corona Situation,  Tauchen,  Ulrich

What gets rewarded gets repeated

Tauchen sei ein Lebensstil will PADI seinen Schülern weismachen. PADI selbst sieht das mehr als ein Verkaufsargument um mehr Lifestyle Produkte an Mann und Frau zu kriegen.

Mich amüsieren und nerven die Hochglanzproduktanpreisungen des Kursmaterials, aber zwischen den Werbeblöcken stehen doch interessante Lebensstilvorschläge.

„In der Ruhe liegt die Kraft“ steht auf einem Janosch Shirt, ein Motto, meiner letargischen Art sehr Nahe kommt. Ja nichts überhasten, gut überlegen und dann auch nicht zu schnell ausführen. Und nicht in Panik ausbrechen. „Don’t Panic“ sollte auf meinem nächsten Shirt stehen und als Zubehör dann die Sonnenbrille von Zaphod Beeblebrox (die bei Gefahr undurchsichtig wird)! Nix Augen zu und durch, Augen auf und doch nix sehen.

Je öfter man ein Risiko eingeht und ungestraft wegkommt, um so sicherer fühlt man sich beim nächsten Mal. Das fängt bei der roten Fußgängermapel an. Das erlebt man, wenn man mal zu schnell fährt. Das geht auch echten Kriminllen so: wenn man nicht erwischt wird, dann macht man es halt wieder. Höhere Strafen sind nicht, was in erster Linie abschreckt, sondern die Gefahr, erwischt zu werden. Bei PADI warnen sie davor, die eigenen Grenzen zu überschreiten und Risiken zu nehmen, die nicht geübt und nicht abgesichert sind.

In der Zeit habe ich heute Morgen einen Artikel gelesen, der genau dieses Phänomen auf die aktuelle Corona-Situation überträgt:

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-08/ortwin-renn-coronavirus-risikoforschung-angst-ansteckung-leichtsinn

In der Tat kann ich hier sehr viel erkennen, was ich derzeit auch bei eigenen FB-Bekannten feststelle: je besser es mit der Eindämmung der Pandemie vorangeht, um so öfter lese ich Beitrage und Kommentare von FB-Bekannten, die sich für mehr Risiko aussprechen und zum Teil recht hart mit denen ins Gericht gehen, die sich für einen strengeren Umgang mit der Pandemie aussprechen.

Ich bin da rational eher im Lager der wirklich Besorgten, die eher auf Vorischt spielen. Emotional erkenne ich diesen Impetus die Rüstung fallen zu lassen aber auch: Beim Tauchen, bei Quatschen mit anderen Eltern oder neulich beim Grillen bei uns daheim: das waren keine 150 cm Abstand! Beim ersten Mal neulich im Schwimmbad fühlte es sich noch wie etwas an, das man nicht tut, aber mittlerweile ist es wieder normal, dass auch mal mein Handy in eine andere Hand wandert. Zur Verteidigung muss ich jetzt sagen, dass es noch immer ein recht bergenzter Zirkel ist, in dem ich mich bewege und da ja auch die Kinder dieser Zirkel eng beieinander schwimmen und ab Montag wieder Schule haben, ist das RIsiko überschaubar.

Die Gefahr ist natürlich trotzdem, dass ich hierdurch auch belohnt werde, keine Infektion einschleppe und dadurch unvorsichtiger werde. Wachsam bleiben ist also die Devise.

Beim Autotanken bin ich ja normalerweise eher der „Geht noch 50 km“ Typ – ich bin aber auch der Typ, der schonmal den ADAC anrufen musste, weil die Tankuhr defekt war……

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