Corona Situation

Wir schreiben das Jahr 2484…

… das Jahr 2020 und der Coronavirus sind heute nur noch für experimentelle Medzinarchäologen interessant. Ausgangssperren und Sozialdistanzierungen gibt es nicht mehr, allerdings wurden in dieser Realität auch Social Media und ganz viele andere Dinge nicht erfunden, jedenfalls nicht, wenn sie nach 1984 erfunden wurden.

1984 ist nicht nur der geniale Roman von Georg Orwell, es ist auch das Jahr, in das die Expedition Adam ’84 aus der Zukunft zurückreisen muss, um die Welt zu retten.

Ich schaue mir die Serie „Die Besucher“, in der es um genau diese Zeitreiseexpedition geht, gerade mit meinen Kindern an. Vor einiger Zeit lief die Series im WDR als Widerholung und ich habe mit den Kindern immerhin drei oder vier Folgen aus dem zweiten Drittel gesehen. Heute (Ostersonntag im Coronacamp) habe ich auf Prime die Serie entdeckt und wir haben die ersten beiden Folgen heute Abend angesehen.

Für mich ist das Ganze eine Zeitreise in meine Kindheit, sowohl die Erinnerung an diese Serie und an andere Serien aus der Zeit als auch an diese Zeit selbst. Telefone hatten Schnüre. 4WD Autos waren die Ausnahme und nicht wie die Rentner SUVs von heute alltäglich. Das Essen war herzhafter, der kalte Krieg war gegenwärtig.

Für meine Kinder wird dies eine doppelte Zeitreise, sowohl in das Jahr 2484 als auch in das Jahr 1984. Eine Zeit, die ihre Eltern erlebt und irgendwie überlebt haben.

Wie genial die Serie ist, hat sie in der ersten Folge gezeigt, in der die Hauptdarstellerin ein Buch von Jules Verne in die Hand nimmt. Zeitlose Sience Fiction, die gleichzeitg völlig zeitgebunden in ihren Vorstellungen von der Zukunft und der zukünftigen Technik ist. Ein Stück Geschichte über die Zukunftsvision der Autoren: in vielerlei Hinsicht positiv, gleichzeitig kangweilig.

Positiv: keine Kriege, kein Hunger, Arbeitslosigkeit ist unbekannt, Delphine haben eine Stimme im Weltrat (Douglas Admas lässt grüßen), Krankheiten ausgerottet und wahrscheinlich vieles, vieles mehr.

Langweilig: kein echtes Essen mehr, langweilig Rateshows im TV (Gaga Kids lassen grüßen), kein Eis mehr bei Halsweh (weil keine Krankheiten und kein echtes Essen) und am schlimmsten: niemand vermisst es. Es ist ein wenig wie in „Matrix“, die Matrix die von den Menschen abgeleht wurde, weil sie zu perfekt war.

Und – um den Spoiler für meine Kinder zu bereiten – die Lösung zur Rettung der Welt kam tatsächlich aus der Vergangenheit. Handwerkliches Geschick, mitgebracht aus 1984 in Form eines alten Mannes (der angeblich gestorben ist zum Zeitpunkt seines Verschwindens, also kein Eingriff in die Zeit), der mit guten Augen, Basiskenntnis in Physik und einem Taschenmesser (lange vor MacGyver) die Welt rettet.

Früher was alles besser? Nein. Aber nicht alles schlechter. Vielleicht ist „Die Bescuher“ darum die Serie, die ich lange gesucht habe, mich drauf gefreut habe und bei aller Nostalgie nicht nur nicht enttäuscht wurde, sondern sogar noch begeisteter über „Die Besucher“ bin.

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