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Das „Neue Normal“

Halb sechs. Am Morgen. Im Schwimmbad. Ich auf der Tribuene, Emil im Wasser. Was urspruenglich im 17-5 Lockdown eine Moeglichkeit war um doch an Schwimmtraining zu kommen, ist mittlerweile (fast) woechentlicher Alltag geworden. Jeden Donnerstag (an dem es moeglich ist) schwimmt Emil frueh morgens seine Runden. Im Winter und bei Dunkelheit habe ich meistens meiner Runden durch das langsam wach-werdende Den Helder gedreht oder im Auto eine Runde geruht, oder eine Mischung aus beidem. Heute Morgen ist es einfach schon zu hell. Schlafen im Auto ist dann doof und ich habe zwei riesige Blasen unter meinen Fuessen, also Laufen ist gerade keine so tolle Idee.

Drei weitere Jugendliche sind dabei und heute Morgen gerade einmal zwei Erwachsene. Sonst ein paar mehr, aber heute ist die Ausbeute eher mau. Es gehoert schon ein gewisses Mass an Verueckheit dazu, um um diese Uhrzeit senile Bettflucht zu begehen, nur um sich nass zu machen.

Ich bin mir nicht bei allen sicher, ob das wirklich aus ihrem eigenen Ergeiz heraus ihre Trainingszeit ist, oder hier die Eltern ein wenig (oder auch mehr) Druck aufbauen. Emil wollte und will wohl noch immer aus eigenem Antrieb. Ob aus Trainingsgruenden, oder um dazu zu gehoeren, das muss er fuer sich selbst wahrscheinlich noch herausfinden. Zumindest sieht er mittlerweile auch kein Ziel ehr darin, auch am Dienstagmorgen um diese Uhrzit zu schwimmen. Einmal die Woche reicht auch, vor allem mir, der ja dann auch zwei Stunden zu frueh aus dem Bett muss.

Interesasante Frage ist, ob die Jungen, die jetzt auch um diese Zeit schwimmen, auch schwimmen wuerden, wenn es nicht durch Corona eine Zeit gegeben haette, in der morgens um halb sechs die einzige Moeglichkeit war, um zu trainieren. Das neue Normal macht sich still und leise breit.

Eine aehnliche Diskussion – naja, die Diskussion habe ich tunlichst vermieden – hatte ich Anfang der Woche. Eine aeltere Dame fand es so furchtbar, dass die Kinder in Badeanzug und ganz alleine beim Schwimmbad abgegeben werden mussten (und noch immer muessen). Meiner Tochter hat das eigentlich gut getan. Was Selbstaendigkeit angeht, ist sie in den vergangenen zwei Jahren gewaltig gewachsen. Wir merken zwar, dass dies mit Aufhebung aller Massnahmen mehr und mehr broeckelt, aber prinzipiell hat sie es – wie wahrscheinlich die meisten Kinder – ganz gut hinbekommen und wird sich wahrscheinlich leichter an DInge anpassen, die ihr den Weg erschweren.

Loesungen und neue, andere Wege finden anstelle von meckern und die Schuld Regierungen und Geheimorganistionen zu geben, fuer lebensrettende Massnahmen,ist etwas, das meine Kinder hoffentlich aus den vergangenen zwei Jahren mitnehmen. Dafuer stehe ich dann halt auch einmal (!) die Woche um halb 5 auf.

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