Augenzwinkern,  Ulrich,  Urlaubsnotizen

Auf manches ist halt Verlass

Ich war vergangene Woche ein paar Stunden in Pirmasens. Die Jugendherberge dort ist nicht nur schön und neu, sondern auch verkehestechnisch gut gelegen. Gut, das Frühstück war dieses Mal leider zum Abgewöhnene, aber freundlich und nett sind sie dort. Trotzdem frage ich mich, ob ich hier mal wieder in fahre, schließlich besteht seit dem Tod meiner Oma jetzt ein Grund weniger, um in Pirmasens Station zu machen.

Dabei tue ich der Stadt damit eigentlich Unrecht. Nicht nur das Dynamikum, das in einer alten Schuhfabrik eingerichet ist (in der mein Opa mal irgendwas war, Vorarbeiter, Meister, sonst was), lohnt sich, auch andere Ecken in Pirmasens könnten zum Verweilen einladen und man kann von hier aus auch schöne Tagesausflüge in den Pfälzer Wald unternehmen.

Man kann auch relativ günstig was zum Abendessen finden, wenn man nicht das Vollpensionsangebot der JH wahrnimmt.

Es gibt in der Innenstadt viele Orte und Läden, die ich seit jungen Tagen kenne, wo ich mich bei manchen dunkel, bei anderen Läden genau erinnere, dass früher da was anderes drin war. Der Eduscho, in dem sich meine Oma (und Opa) mehrmals in der Woche mit ihren Bekannten getroffen hat. Oder das Maklerbüro im Mietshaus meiner Oma, wo früher ein Tabak- und Zeitschriftenhändler war, bei meine Großeltern ihre Lottoscheine abgegeben haben. Daneben heute ein Friseur, zwischendurch ein SPD Laden (für Altkleider) und wenn mich nicht alles täuscht auch schon mal ein Bäcker, ein anderer Friseur und anderer Kleiderladen. Das sind zumindest die Läden, an die ich mich erinnere oder glaube zu erinnern (ist der Zeitungsladen nicht auch einmal von links nach rechts oder umgekehrt umgezogen?).

Rausgemacht hat sich der alte Friedhof und die Halle davor, obwohl ich dieses Mal nicht dort war. Es gab, als ich Kind war, dort ein Grabmahl für einen Rittmeister, das mich irgendwie immer fasziniert hat. Ob das noch dort steht?

Was sich in all den Jahren, nun doch beinahe 45, nicht geändert hat, das sind die ewig langen Ampelschaltungen für Fussgänger. Wenn es eine Stadt gibt, in der man Jahre seines Lebens an roten Fussgängerampeln verbringen kann, dann ist das Pirmasens. Gegenüber vom Haus, in dem meine Oma gewohnt hat, liegt ein Parkplatz (und die Realschule, in der mein Papa war). Die Ampel zwischen den beiden Straßen (der alte Streckenverlauf der B10) hat uns immer vermuten lassen, dass alle Ampeln entlang der B10 jetzt einmal umschalten. Kürzer ist die Schaltung nicht geworden und auch an den meisten anderen Fußgängerampeln in Pirmasens frage ich mich, wieso Fußgänger hier so unwichtig sind. Aber immerhin: manche Dinge ändern sich nicht, darauf kann man sich in Pirmasens verlassen.

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